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Pressemitteilung vom 2. März 2011

Zentrum für Aquakulturforschung nimmt Arbeit auf – 1,8 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II ermöglichen Neubau

 

Mit einem Festakt wurde heute das Zentrum für Aquakulturforschung (ZAF) von der Stadt Bremerhaven als Bauherrin an den zukünftigen Nutzer und Mieter übergeben: Das Institut für Marine Ressourcen GmbH (Imare). Nach gut einjähriger Bauzeit kann das Imare damit auf eine moderne Forschungseinrichtung in direkter Nähe zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zurück greifen. Gleichzeitig ist mit der Eröffnung ein wichtiger Baustein der Maritimen Forschungs- und Entwicklungsmeile Bremerhaven (F & E-Meile) entstanden, durch die ehemalige Flächen der Hafengesellschaft bremenports am Fischereihafen umgenutzt werden. Gebaut wurde das ZAF von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS. Die Mittel für das Projekt wurden im Rahmen des Konjunkturpaketes II vom Land Bremen und dem Bund zur Verfügung gestellt.

Auf einer Gesamtfläche von 630 Quadratmetern wird am Nordende des Fischereihafens zukünftig nach neuen Tieren und Nutz-Pflanzen für die Aquakultur sowie verbesserten Aufzuchtbedingungen in der Aquakultur gesucht. Dafür stehen den Wissenschaftlern drei geschlossene Wasser-Kreislaufsysteme mit insgesamt 21 Einzelbecken zu Verfügung. Professor Dr. Bela Buck, Leiter des Bereichs Aquakultur im Imare: „Uns werden oft aquakultur-relevante Fragen gestellt, die wir jedoch noch nicht ausreichend beantworten konnten, da bisher die nötige Infrastruktur dafür fehlte. Schwerpunktmäßig wird sich das neue ZAF sowohl mit Aquakultur in Bereichen des Salzwassers als auch des Süß- und Brackwassers beschäftigen und somit ein über den marinen Sektor weit hinausgehendes Arbeitsspektrum abdecken.“

Das Imare ist eine Firmen-Ausgründung aus dem Alfred-Wegener-Institut und hat als Teil der F&E-Meile seinen Firmensitz direkt neben dem neuen ZAF. Als großen Standortvorteil sehen die Wissenschaftler die direkte Nähe zur Lebensmittel- und Fischwirtschaft in Bremerhaven. Der Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, Martin Günthner, sprach anlässlich der Einweihung des Aquakulturzentrums von einer einmaligen Entwicklungschance: "Eine solche Kombination aus wissenschaftlicher Kompetenz, erzeugender und verarbeitender Industrie sowie dem Dienstleistungsbereich im Bereich der aquatischen Produkte existiert bislang nicht. Mit dem Zentrum für Aquakulturforschung kann sich Bremerhaven deshalb ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland erarbeiten. Zugleich knüpfen wir damit an die Tradition Bremerhavens als Hauptstadt des Fischs an."

Laut Imare werden derzeit weltweit mehr als 150 Fischarten und über 70 Muschel- und Weichtierarten in Aquakulturen produziert. Die Gesamtproduktion hat sich innerhalb der vergangenen 25 Jahre verdreifacht und erreicht mit 65 Millionen Tonnen etwa die hälfte des weltweiten Fischertrags für die menschliche Ernährung. Der Rückgang bei den Fischbeständen und der gleichzeitig steigende Bedarf an aquatischen Produkten führen weltweit zu einer starken Zunahme von Forschungsaktivitäten im Bereich der Aquakultur.

Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Renate Jürgens-Pieper, sieht im neue Zentrum für Aquakulturforschung ein gelungenes Beispiel für den Ausbau Bremerhavens zu einem wichtigen Wissenschaftsstandort: „Mit dem ZAF haben wir in Bremerhaven eine Einrichtung geschaffen, die eng in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft offene Fragen bearbeiten wird und Lösungen entwickeln soll. Wir wissen bereits aus dem Bereich der Offshore-Windenergie, wie wichtig wissenschaftliche Innovation und Entwicklung für das Wachstum neuer Wirtschaftszweige sind. Mit dem Etablieren der Aquakultur in Bremerhaven werden weitere Arbeitsplätze in einem zukunftssicheren Forschungsfeld geschaffen.“

Am ZAF wird unter anderem an dem richtigen Futtermitteleinsatz in der Aquakultur und der ökologischen Verträglichkeit für eine nachhaltige Produktion geforscht. Außerdem wollen die Wissenschaftler den Einsatz von Medikamenten in der Massenzucht von Fischen, Krebsen, Algen und anderen Meereslebewesen möglichst gering halten und reduzieren. Die Arbeit des ZAF sei eine gute Plattform, um Wirtschaft und Wissenschaft in Bremerhaven weiter zu vernetzten, sagte der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz: „Nachhaltige Fischwirtschaft zum Schutz der Meere, Biofisch aus Aquakultur oder der Verzicht auf Zusatzstoffe bei Nahrungsmitteln – das haben Unternehmen hier am Standort längst zu einem Zukunftsthema gemacht. Fisch aus Aquakultur wird in der Rohwarenversorgung eine immer wichtigere Rolle spielen. Mit dem Zentrum für Aquakulturforschung haben wir nun eine neue Einrichtung, die die Unternehmen am Standort Bremerhaven in Forschung und Entwicklung begleiten wird."

 

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