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Pressemitteilung vom 26. November 2009

Umweltfreundliche Netzbeschichtungen für Freiwasser-Aquakulturen: NWO unterstützt IMARE bei der Suche nach umweltfreundlichen Beschichtungen für Aquakulturnetze

Zur Erforschung umweltfreundlicher Netzbeschichtungen für die Züchtung von Fischen in einer Freiwasser-Aquakultur, nutzte in diesem Jahr das IMARE die günstigen Bedingungen der Jade an der Löschbrücke der Nord-West Oelleitung GmbH (NWO) in Wilhelmshaven.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten erfolgte die Auslagerung von Netzen und Polyethylen-Platten zur Untersuchung des Bewuchses der verschiedenen Oberflächen. Die Wissenschaftler der IMARE profitieren bei den Bewuchsversuchen von der gleichmäßigen Gezeitenströmung und den vielen Larven, die sich in der Jade tummeln und gerne auf den Probeoberflächen festsetzen, da hierdurch sehr schnell Erfolg und Misserfolg deutlich werden.

 

Seit ca. 1960 wird die Freiwasser-Aquakultur durch die Züchtung von Fischen in Netzgehegen erforscht. Damit die Fische gedeihen und mit frischem Wasser versorgt werden können, muss der Aufwuchs auf Netzen durch Pflanzen und Tiere verhindert werden. Wächst er in die Maschen der Netze ein, verhindert er den Wasseraustausch zwischen der Innenwelt und der Außenwelt der Gehege. Dies führt zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen der Fische.

 

In der Freiwasser-Aquakultur werden bislang hauptsächlich kupferhaltige Emulsionen zum Schutz der Netze vor Aufwuchs verwendet. Um diese Emulsionen durch Alternativen zu ersetzen, richtete sich das Augenmerk auf einen biophysikalischen Schutz der Platten und Netze. „Die wissenschaftliche Grundannahme ist, dass unsere ausgelagerten Muster durch einen Abgleit-Effekt sauber gehalten werden“, so Dr. Christof Baum, Projektleiter der IMARE GmbH. Dieser Abgleit-Effekt entwickelt sich nur unter Strömung, welche die hydrodynamischen Kräfte auf die Besiedler und die Beschichtungen der ausgelagerten Muster überträgt.

 

„Dank der Unterstützung durch die NWO haben wir die wesentlichen Indizien für die noch offenen Fragen über den Abgleit-Effekt erhalten. Wäre es uns möglich, diese Fragen zu beantworten, könnten Hersteller mit unseren Lösungsergebnissen umweltfreundlichere Produkte für die Freiwasser-Aquakultur entwickeln“, sagt Dr. Baum. Zur Beantwortung dieser offenen Fragen wird das IMARE-Team der Deutschen Forschungsgemeinschaft noch in diesem Jahr ein dreijähriges Folge-Projekt vorschlagen, dass ebenfalls in Zusammenarbeit mit NWO durchgeführt werden soll.

 


 
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