Nachhaltige Fischerei
Nachhaltige Fischerei bedeutet definitionsgemäß nur so viel Fisch aus dem Meer zu entnehmen, wie auch wieder nachwachsen kann. Den Beständen wird somit die Möglichkeit gegeben, sich immer wieder zu erholen. Durch dieses Vorgehen werden einerseits die Ökosysteme geschont, aber auch die Fischerei wird vor starken Schwankungen und unkontrollierbaren Risiken bewahrt.
Für eine nachhaltige Fischerei sollten folgende Grundsätze zugrunde gelegt werden, wie sie auch für eine Zertifizierung durch das Marine Stewardship Council (MSC) angewandt werden:
- Grundsatz 1 Die Fischerei sollte so gestaltet sein, dass es nicht zur Überfischung kommen kann. Sollte ein Bestand überfischt sein, muss ein Wiederaufbauprogramm gestartet werden.
- Grundsatz 2 Fischereiaktivitäten müssen so ausgeführt werden, dass sie die Struktur, Produktivität, Funktionsfähigkeit und Diversität von Ökosystemen, von denen die Fischerei abhängt, nicht gefährdet.
- Grundsatz 3 Die Fischerei muss Teil eines effektiven Managements sein, welches lokale, nationale und internationale Abkommen und Standards respektiert. Es müssen institutionelle Rahmenbedingungen geschaffen worden sein, die eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Fischerei zulassen.
Wichtig für eine nachhaltige Fischerei ist eine verlässliche und langfristige Fischereiforschung, die unabhängig gegenüber den Interessensvertretern aus Industrie und Umweltschutz sein muss. Diese Unabhängigkeit darf jedoch eine gemeinsame Diskussion der Interessensvertreter nicht verhindern.
Als Beispiel für die Etablierung einer nachhaltigen Fischerei kann die Förderung und Entwicklung selektiver Fangtechniken sein, wie sie in der Agenda 21 im Artikel 17 (Rio-Konferenz 1992) gefordert wurde. Hintergrund für diese Forderung sind die Zerstörungen am Meeresboden, die von bestimmten Fangtechniken hervorrufen werden. Die letztendliche Konsequenz aus solchen nicht-nachhaltigen Fischereien kann die Sperrung bestimmter Fanggebiete sein, um somit die Biodiversität in den marinen Ökosystemen zu schützen.
Das Imare sieht sein Aufgabengebiet für die Entwicklung einer nachhaltigen Fischerei darin, die Diskussion zwischen den einzelnen Interessensvertretern anzufachen und durch die Moderation den Bedarf an Forschung sowie die Interessen der Fischer in Einklang zu bringen.

